DIE AUFWENDIGE REVISION EINER LANGE-UHR.
Die Lange’schen Serviceuhrmacher empfehlen, im Abstand von drei bis fünf Jahren eine Revision vornehmen zu lassen. Die im Folgenden beschriebenen Arbeiten sichern den optimalen Werterhalt einer A. Lange & Söhne. Neben der Pflege des kostbaren Uhrwerks kann auf Wunsch auch eine Aufbereitung des Gehäuses erfolgen.
Die Ankunft der Uhr im Service: Nach dem Eintreffen im Service wird der Zustand einer A. Lange & Söhne erfasst und protokolliert. Nach Auftragsbestätigung wird die Uhr ausgeschalt, das heißt Gehäuse und Uhrwerk voneinander getrennt, Zeiger und Zifferblatt werden abgehoben.
Die Reinigung der Einzelteile: Mit besonderer Vorsicht zerlegt ein Meisteruhrmacher das Uhrwerk in seine Einzelteile, um die fein dekorierten Oberflächen aus naturbelassenem Neusilber nicht zu verletzen. Anschließend werden die Teile in einem speziellen Apparat mithilfe einer Reinigungsflüssigkeit rückstandsfrei entfettet und gesäubert.
Mit scharfem Auge: Sorgfältig betrachtet der Meisteruhrmacher die Einzelteile des Uhrwerks. Dieser Arbeitsschritt stellt eine besondere Herausforderung an seine Geduld und sein Konzentrationsvermögen dar. Denn je nach Modell muss er bis zu mehrere Hundert Teile überprüfen, die er schon bei der geringsten Beschädigung auswechselt.
Das Uhrwerk wird wieder montiert: Im Anschluss daran wird das Uhrwerk wieder mit größter Sorgfalt zusammengesetzt. Mit dem Ölgeber, einer winzigen Metallnadel, auf der ein Tropfen Öl − ähnlich wie Tinte auf einer Schreibfeder − hinabgleitet, werden alle Lager und Funktionsflächen geölt bzw. gefettet.
Der richtige Puls: Nachdem der Meisteruhrmacher mit einer Zeitwaage die Ganggenauigkeit der Uhr geprüft hat, reguliert er sie in fünf verschiedenen Lagen. Durch minimale Gewichtsveränderungen bzw. -verlagerungen balanciert er die Unruh aus und optimiert Schritt für Schritt ihre Schwingungsdauer.
Überprüfung auf Herz und Nieren: Am fertig montierten Uhrwerk werden alle Mechanismen wie das Großdatum, der Aufzug oder die Mechanismen Lange’scher Komplikationen auf einwandfreie Funktion überprüft und gegebenenfalls nachjustiert.
Die Bewährungsprobe: Es folgt eine mehrtägige Einlaufphase, bei der das Uhrwerk langsam auf einem Uhrenbeweger rotiert. Dadurch wird das Tragen der Uhr in verschiedenen Lagen simuliert. Bei diesem Probelauf wird überprüft, ob die Uhr auch nach längerem Tragen einwandfrei funktioniert. Schließlich lässt man das Uhrwerk ablaufen, um die Gangreserve zu überprüfen.
Die Endkontrolle der Uhr: Auf das Einschalen von Uhrwerk und Gehäuse folgt der zweite Probelauf, der sich erneut über mehrere Tage erstreckt. Bei der strengen Endkontrolle der Uhr, die den Meisteruhrmachern noch einmal viel Konzentration und Ausdauer abverlangt, werden optische Perfektion, Wasserdichtheit, Funktionen und ein letztes Mal die Ganggenauigkeit überprüft.
Revision bei Komplikationen: Besonders anspruchsvoll ist die Revision bei Komplikationen. Nur sehr wenige Spezialisten mit einem Höchstmaß an uhrmacherischer Erfahrung sind in der Lage, deren hochkomplexe Mechanismen zu montieren und perfekt abzustimmen.