Sächsische Ingenieurskunst

Fast sechzig Jahre liegen zwischen den Unternehmensgründungen der Industriepioniere Ferdinand A. Lange und August Horch. Doch die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Entrepreneuren sind so verblüffend, dass man versucht ist, ein „sächsisches Muster“ darin zu erkennen. Der Drang nach ständigen Verbesserungen veranlasste sie früh dazu, eigene Wege zu gehen, die in beiden Fällen technische Höchstleistungen und maßgebende Premiummarken hervorbrachten.

Begegnet sind sie sich nie, der 1815 geborene Dresdner Uhrmacher Ferdinand A. Lange und der 53 Jahre jüngere Maschinenbauingenieur August Horch. Doch ihre Leidenschaften, Ideale und Visionen gleichen einander so sehr, dass sie sich mit Sicherheit gut verstanden hätten. Ferdinand A. Langes Traum von den „besten Uhren der Welt“ findet seine Entsprechung in August Horchs Grundsatz, nur „Wagen aus erstklassigem Material zu bauen“. Gemeinsam war ihnen auch das unermüdliche Streben nach technischen Höchstleistungen. Als Pioniere der Konstruktion haben beide Meilensteine sächsischer Ingenieurskunst gesetzt.

So führte Lange 1845 das metrische System in die deutsche Uhrmacherei ein. Und die 1864 von ihm zur Verbesserung der Stabilität des Werks entwickelte Dreiviertelplatine aus Neusilber zählt noch heute zu den wesentlichen Merkmalen der Uhren von A. Lange & Söhne. Horch setzte mit Innovationen wie dem ersten Sechszylindermotor von 1907, der Verlagerung des Motors vom Heck in den Vorbau für eine verbesserte Gewichtsverteilung und der Einführung der Kardanwelle anstelle des unpraktischen Riemenantriebs wichtige Impulse für die Entwicklung des Automobilbaus. Damit sind beide als Väter des technischen Fortschritts und der industriellen Entwicklung in Sachsen zu betrachten. Mit ihren Ideen und Innovationen haben sie die von ihnen gegründeten Unternehmen weit über ihre Zeit hinaus geprägt.

Das geistige Erbe Ferdinand A. Langes lebt in den heutigen Zeitmessern von A. Lange & Söhne fort. Zu ihnen gehören die einer großen Tradition verpflichtete 1815 RATTRAPANTE EWIGER KALENDER sowie die klassische 1815 AUF/AB. Auf unseren Fotos zeigen wir sie mit Exponaten aus dem August Horch Museum Zwickau: mit einem Horch-Vierzylindermotor 14/40 PS aus dem Jahr 1919 und einem Auto-Union-Rennwagen Typ C von 1936, einem der erfolgreichsten deutschen Grand-Prix-Rennwagen aller Zeiten. Der sogenannte „Silberpfeil aus Zwickau“ stellte mehr als 30 Weltrekorde auf. Sein bis heute ungebrochener Rekord von 380 Kilometern pro Stunde bei Straßenrennen ist ein Symbol für die Leistungsfähigkeit sächsischer Konstrukteure.

Hier ist sehr wenig Platz.

Für einen umfassenden Blick auf unsere Kollektion, vergrößern Sie einfach Ihr Browserfenster. Falls das nicht möglich ist, können Sie auch zur mobilen Version wechseln.

Zur mobilen Version

Choose your language