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Stoppen ohne stehenzubleiben Chronographen- und Rattrapante-Mechanismus

Es gibt sie, diese besonderen Momente, in denen man die Zeit anhalten möchte, damit das Glück nicht vergeht oder zumindest dieser Augenblick unbändiger Freude ein kleines, ein klitzekleines bisschen länger dauert. Zwar ist es nicht möglich, die Zeit anzuhalten und diese Momente für die Ewigkeit zu konservieren, aber mit den Chronographen von Lange können wir die Dauer dieser und anderer Ereignisse sehr genau stoppen.

Seit 1999 zählen unsere Chronographen – mit ihren bei uns im Haus entwickelten Uhrwerken – zu den Aushängeschildern der Manufaktur. Die aufwändigen Konstruktionen werden in Schaltradbauweise gefertigt. Die Grundfunktionen „Starten“, „Stoppen“ und „Nullstellen“ werden dabei durch Kolonnenräder gesteuert. Je nach Schwingsystem können Zeitspannen bis auf eine Fünftel- oder Sechstelsekunde genau und dank des Minutenzählers bis zu einer maximalen Dauer von 30 Minuten gemessen werden. 

 

Einsatzmöglichkeiten der Chronographen-Funktion

 

Die Einsatzmöglichkeiten der Chronographen-Funktion sind vielfältig. Neben der Ermittlung einer einfachen Stoppzeit können auch Additionszeitmessungen vorgenommen werden – beispielsweise das Aneinanderreihen mehrerer Etappen. Hierzu werden die Chronographenzeiger nach dem Stoppen nicht wieder auf null gestellt, sondern neu gestartet.

 

Die äußere Skala der Chronographen eröffnet weitere Nutzungsmöglichkeiten. Einige Modelle sind mit einer Tachometerskala ausgestattet. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer Strecke von einem Kilometer bestimmen. Verfügt die Uhr über eine Pulsometerskala, kann die Pulsfrequenz ermitteln werden.

Der 1815 CHRONOGRAPH verfügt über eine
Pulsometerskala

Die umlaufenden Tachymeterskala des DATOGRAPH
AUF/AB

Ein zweiter Stoppzeiger - die Rattrapante-Funktion

 

Aus dem Französischen stammend, bezeichnet der Begriff Rattrapante den nachspringenden Sekundenzeiger eines Chronographen. Dieser zweite Stoppzeiger kann unabhängig vom Chronographen-Zeiger angehalten und auch wieder mit diesem synchronisiert werden.  

 

In der Ausgangsstellung liegen beide Zeiger direkt übereinander, sodass nur der Rattrapante-Zeiger sichtbar ist. Wird eine Zeitmessung begonnen, starten beide Zeiger gemeinsam, wobei der Chrono-Zentrumzeiger weiterhin verdeckt bleibt. Er wird erst sichtbar, wenn die erste Stoppzeit genommen wird. Dann bleibt der Rattrapante-Zeiger stehen, während der Chronographen-Zeiger die Messung fortsetzt. Für eine zweite Stoppzeit bleibt auch er stehen. Auf diese Weise lassen sich zwei Zeitintervalle mit gleicher Startzeit vergleichen – wie etwa die Rundenzeit zweier Läufer.

Chrono-Zentrumzeiger und Rattrapante-Zeiger der
1815 RATTRAPANTE EWIGER KALENDER

Stoppt man den Chrono-Zentrumzeiger vorerst nicht, ergibt sich eine weitere Funktion: Per Tastendruck kann der schon arretierte Rattrapante-Zeiger augenblicklich wieder auf die Position des Chrono-Zentrumzeigers springen, gemeinsam mit ihm weiterlaufen und später erneut gestoppt werden. Dieser Vorgang lässt sich beliebig oft wiederholen. So wird es möglich, eine Hauptzeit und mehrere Zwischenzeiten zu messen – beispielsweise die einzelnen Rundenzeiten eines Pferdes sowie dessen Gesamtlaufzeit.

 

Bei geschickter Kombination der Eigenschaften von Chrono- und Rattrapante-Mechanismus können beliebig viele Vergleichsmessungen zu einer Referenzzeit durchgeführt werden. Selbst Minimal- bzw. Maximalwerte, z. B. der schnellste oder der langsamste Lauf von vielen, lassen sich mit einem Rattrapante-Chronographen messen.

 

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